Werkraum Schlotterbeck Basel


Werkraum als Programm

 Nutzer/innen der ehemaligen Stadtgärtnerei entschlossen sich nach deren Zwangsräumung, den eingeschlagenen Weg, neue Formen der Kultur, des Gewerbes und des sozialen Zusammenlebens zu erproben, weiterzugehen. In der denkmalpflegerisch wertvollen, aber nicht geschützten Schlotterbeck-Garage fanden sie eine Bleibe, deren Dauer aber von Anfang an auf drei Jahre begrenzt war. In dieser Zeit konnten sie ihr «sozialplastisches» Vorhaben verfeinern: über 70 Nutzer/innen versuchten auf 2‘500m2 neue Formen des Zusammenlebens und -arbeitens, sowie der Kommunikation in einem kulturell-gewerblichen Kontext; der Begriff des «Werkraumes» war in die Tat umgesetzt und vereinte nebst einigen skeptisch-zweifelnd-missgünstigen Stimmen viel Lob auf sich. Finanzielle und ideelle Unterstützung erhielten sie von staatlicher, wirtschaftlicher und privater Seite. Beinahe gehörte es zum guten Ton, eine Jahresversammlung im grossen Forum des Schlotterbeck abzuhalten.

Statuten statt Besetzung

Neu im Werkraum Schlotterbeck war die Abkehr vom agitatorischen Prinzip einer Besetzung. Mit der Besitzerin, der ehemaligen Schweiz. Volksbank (SVB), handelte man einen Mietvertrag aus, was den Fundamentalisten der Bewegung ein Dorn im Auge war. Überdies gab man sich rechtlich verbindliche Strukturen und stellte einen Koordinator an. Die Resonanz war so gross, dass noch vor Beendigung des Projektes eine Publikation mit aufwendigem Bild- und Textmaterial erschienen ist. Auf diesem Boden entstand auch der b.e.i.r.a.t., Verein für Raumwirklichkeiten, der in Basel fortan weitere Räumlichkeiten für die Zwischennutzung aufspürte und diese auch sicherte und betreute. Die positiven Referenzen der Volksbank erleichterten fortan die Kontakte mit Eigentümern, was dem Verein b.e.i.r.a.t. ermöglichte, zwischen 1992 und 2001 drei weitere ähnliche Projekte zu realisieren (Bell, Frobenius, Kiosk), z.T. mit weitaus grösseren Dimensionen.

 

 

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