Vidmar Köniz

 

 Das Beispiel der Vidmarhallen kann gut aufzeigen, wie durch die Nachfrage nach günstigen Gewerberäumen eine Zwischennutzung entsteht, die erfolgreich verstetigt werden konnte.

Ende der Ursprungsnutzung

Die Vidmar AG, ursprünglich Herstellerin von Kassenschränken und Tresoren, wurde 90 Jahren nach der Gründung 1989 an Lista verkauft und die Produktion geschlossen. Bis 1997 wurden im Gebäude noch Möbel verkauft. Schon 1990 zogen die ersten Zwischennutzer in die leerstehenden Räume der oberen Stockwerke ein. Die neue Eigentümerin Lista versuchte nicht aktiv eine Zwischennutzung zu initieren, vielmehr wurde sie von Künstlern angefragt, da in Köniz günstige Gewerberäume knapp waren. Mit den neuen Mietern wurden unbefristete Mietverträge einzeln ausgehandelt. In wenigen Jahren war trotz dem entgültigen Ende der Vidmar AG das Haus komplett vermietet. Es nisteten sich vielfältige Nutzer aus Kunst, Kultur, Verkauf und Gewerbe ein.

Aus Zwischennutzung entsteht Umnutzung

  Die Zwischennutzung war eigentlich nur bis zum Abbruch für eine neuen Bebauung geplant. Da sich aber die Vermietung für die Eigentümerin rentierte und die Gemeinde Köniz das Areal nicht für Wohnungen umzonte, bot sich die Renovation der gut erhaltenen Gebäudestrukturen an. Ausserdem wäre bei einem Abriss viel Land verloren gegangen, da nach den aktuellen Bauverordnungen nicht mehr so nahe an die Zuglinie der BLS gebaut werden durfte. Eine Renovation war nötig: die Räume waren längerfristig für die neuen Nutzer nicht geeignet (Heizung, Kommunikation), ausserdem war der Keller stellenweise mit Asbest belastet.

 

 


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